Michael-Schuhen-Preis für Nachwuchsforschende in der Verbraucherforschung
Der Michael-Schuhen-Preis für Nachwuchsforschende in der Verbraucherforschung ist eine wissenschaftliche Auszeichnung, die junge Forschende würdigt, deren Arbeiten substanzielle Beiträge zum Verständnis von Verbraucher:innen und verbraucherrelevanten Zukunftsfragen leisten. Er ist eingebettet in den Workshop für Nachwuchsforschende in der Verbraucherforschung, der als Plattform für den interdisziplinären Austausch dient und Forschende in frühen Karrierephasen vernetzt. Ziel des Preises ist es, exzellente wissenschaftliche Leistungen zu fördern, die nicht nur theoretischen Erkenntnisgewinn bringen, sondern auch praktische Relevanz für das Leben von Verbraucher:innen aufzeigen.
Ausgezeichnet werden sowohl empirische als auch theoretisch-konzeptionelle Arbeiten oder systematische Übersichten. Bewertet wird nach mehreren Kriterien: Relevanz des Themas für Verbraucher:innen, Beitrag zum aktuellen Forschungsstand sowie die praktischen Implikationen der Ergebnisse. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Jahreskonferenz des Bundesnetzwerks Verbraucherforschung in Berlin. Die Veranstaltung wird durch den Workshop für Nachwuchsforschende begleitet, bei dem die nominierten Beiträge präsentiert, diskutiert und reflektiert werden.
Der Preis ist nach Dr. Michael Schuhen benannt, einem Impulsgeber innerhalb der Verbraucherforschung, der sich insbesondere für die Förderung junger Wissenschaftler:innen im Bereich des Verbraucherschutzes und der Verbraucherbildung engagierte. Sein früher Tod führte zur Etablierung dieses Preises, der seine Arbeit weiterträgt, indem er exzellente Forschungsleistungen im Sinne einer verbesserten Evidenzbasis für Verbraucherfragen sichtbar machen soll.
Bisherige Preisträger:innen
2025 Bettina Chlond
Im Jahr 2025 wurde der Preis an Frau Bettina Chlond verliehen. Ihre Studie mit dem Titel „Affording to Pay Attention? Energy Cost in Low-Income Households’ Investment Decisions“ behandelt die Frage, wie steigende Energiepreise nicht nur finanzielle, sondern auch kognitive Barrieren für einkommensschwache Haushalte schaffen. Bettina Chlond zeigt auf, dass in solchen Haushalten die langfristigen Energiekosten von Investitionsentscheidungen deutlich weniger berücksichtigt werden als die Anschaffungskosten, ein Befund, der Implikationen für Energiepolitik, Verbraucherberatung und soziale Gerechtigkeit im Kontext Nachhaltigkeit hat.
2024 Miguel Abellán
Der Michael-Schuhen-Preis 2024 ging an Herrn Miguel Abellán. Ausgezeichnet wurde seine Forschung, die die Wirkung der sogenannten „Replacement Logic“ auf soziale Verantwortung bei Konsumentscheidungen untersucht. Diese Logik beschreibt die kognitive Rechtfertigung, nach der Verbraucher:innen moralisch fragwürdige Käufe tätigen, wenn sie glauben, dass andere Konsument:innen ohnehin das gleiche Verhalten zeigen würden. Miguel Abelláns Arbeit liefert empirische Evidenz dafür, dass diese Denkweise die Bereitschaft senkt, sich verantwortungsbewusst zu verhalten.
